Bassum (nc) - Am Samstag den 15.09. kam die Kreisfeuerwehrbereitschaft Aurich mit 25 Fahrzeugen und 120 Ehrenamtlichen zu einer Großübung in den Landkreis Diepholz. Die Übung fand auf einem Betriebsgelände, an der Grenze zwischen Stuhr und Bassum, und in dem angrenzenden Wald statt. Es in Niedersachsen üblich, dass sich die Kreisfeuerwehrbereitschaften, die in jedem Landkreis auf Grund des Niedersächsischen Brandschutzgesetzes aufgestellt werdem müssen, gegenseitig bei den Ausarbeitungen und Ausführungen von Bereitschaftsübungen unterstützen. In diesem Fall war die Kreisfeuerwehrbereitschaft 1, die aus Einheiten der Gemeinden Stuhr und Weyhe, sowie der Städte Syke und Bassum zusammengesetzt sind, der Bitte aus dem Landkreis Aurich nachgekommen.

Die Bereitschaftszüge aus Aurich mussten fünf Übungsszenarien abarbeiten, welche in Zusammenarbeit der Feuerwehren Stuhr, Kirch- und Klosterseelte und Bassum ausgearbeitet und begleitet wurden.

Allgemeine Lage:

Die ansässige Firma ist für die Behandlung des Wertstoffmülls des Landkreises Diepholz sowie für die Behandlung von Bauschutt zuständig. Am Übungstag wird zusätzlich Müll einer Recyclingfirma behandelt. Als dieser in der Aufgabehalle sowie in der Sortierhalle bearbeitet wird, kommt es zu mehreren Explosionen.

Im ersten Übungsabschnitt mussten die Freiwilligen mehrere vermisste Personen aus einer brennenden Bauschutthalle retten und den Brand löschen. Um die Löschwasserversorgung sicher zu stellen musste ein Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen hergestellt werden, da für die Übung angenommen wurde, dass es auf dem Betriebsgelände nicht genügend Löschwasservorräte gibt.

Im zweiten Übungsabschnitt sind Mitarbeiter durch die starken Erschütterungen aufmerksam geworden und wollen zur Hilfe eilen. Dabei wird eine Abstützung durch einen Bagger beschädigt und zwei Personen unter den Betontrümmern eingeklemmt. Der Technische Hilfe Zug der KFB Aurich musste diese beiden Personen unter den Trümmern befreien. Mit dem Einsatz von Hebekissen konnten sie die Trümmer anheben und die verletzten Personen befreien.

In der Ausgabehalle kam es zu einem weiteren Brand, so dass ein dritter Übungsabschnitt gebildet wurde. In diesem Abschnitt lag das Hauptaugenmerk auf der Absicherung des angrenzenden Waldes. Mit Hilfe von Düsenschläuchen wurde eine Wasserwand aufgebaut, damit die Flammen nicht auf die Bäume übergreifen. Auch hier stellte sich der Mangel an Löschwasser als ein starkes Problem da. Die Ehrenamtlichen mussten das benötigte Wasser aus einem ca. 1600 Meter entfernten Hydranten bis zum Übungsabschnitt fördern. Die Schlauchleitung wurde mit Hilfe von zwei Schlauchwagen hergestellt.

Ein vierter Übungsabschnitt wurde in der Anlieferhalle gebildet, da sich der Brand über die Förderbänder auch in diesem Bereich ausbreitete. Es schafften nicht alle Mitarbeiter diesen Bereich zu verlassen, sodass es auch hier zu einer Personensuche und -rettung kam.

Durch die extreme Trockenheit in diesem Jahr und den durch den Brand entstanden Funkenflug auf dem Betriebsgelände, konnte trotz des Einsatzes der Düsenschläuche ein Übergriff auf den angrenzenden Wald nicht vermieden wurden. Da im Wald leider kein Löschwasser zur Verfügung steht, so die Annahme, mussten die Tanklöschfahrzeuge auch hier einen Pendelverkehr zum Wassertransport hergestellt werden. Das benötigte Löschwasser wurde aus dem Klosterbach entnommen, um auch den fünften Übungsabschnitt erfolgreich zu absolvieren. 

Nach der fünfstündigen Übung begaben sich die 120 Feuerwehrkameradin und -kameraden zusammen mit den 35 Helfern aus dem Bereich Stuhr, Bassum und Kirch- und Klosterseelte zur Feuerwehr Technischen Zentrale in Barren zum gemeinsamen Abendessen. Hier übernachteten die Auricher auch, bevor es am Sonntagmorgen wieder in Richtung Ostfriesland in die Heimat ging.

Text und Fotos: Nils Conrad

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